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Wild- und Gartenkräuter - Tipps und Rezepte

Ernte und Konservierung
Kräutersalz, Essig und Öl
Brotaufstrich
Wildsalate
Wildgemüse
Heilkräuter
Kräuter für die Schönheit
Kräuter zur Insektenvertreibung
Pflanzensäfte geben Pflanzen Kräfte - Kräuterjauchen im Garten
Literaturtipps

 
Wenn Sie Pflanzen sammeln wollen, gehen Sie bitte schonend mit der Natur um und denken Sie daran, daß jede Pflanze schon um ihrer selbst Willen ein Existenzrecht hat. Auch Pflanzen sind Lebewesen, und wir sollten respektvoll mit ihnen umgehen. Graben Sie keine Wurzeln aus und ernten Sie nie alle Blätter und Blüten, damit die Pflanze weiterwachsen kann. Seltene Pflanzen sind tabu.
Ernte

Selber Pflanzen zu sammeln, macht sehr viel Freude, aber ich muß leider auch vor den Gefahren des Kräutersammelns warnen. Wer selbst Pflanzen sammeln will, muß sicher sein, daß diese Pflanzen nicht giftig sind. Es gibt sehr viele schädliche Pflanzen und man sollte sich deshalb auf keinen Fall verlocken lassen, irgendwelche unbekannten Kräuter zu pflücken und zu essen, auch wenn sie noch so appetitlich aussehen. 

Außerdem sollte man nur dort sammeln, wo man weiß, daß die Pflanzen einwandfrei sind. Also nicht da, wo Autos fahren, der Bauer Gülle ausgefahren hat oder wo Hunde ausgeführt werden. 

Salatkräuter sammelt man am besten nur im April und Mai, denn danach werden sie oft hart und bitter. 

Die meisten Heilkräuter werden vor oder zu Beginn der Blüte gesammelt. Dann ist der Wirkstoffgehalt am höchsten. Die beste Tageszeit ist der Vormittag, wenn der Morgentau abgetrocknet ist, aber bevor die Hitze des Tages die äther. Öle zerstört hat. Man sammelt nur dort, wo genügend Pflanzen vorkommen. Kommt eine Pflanze nur vereinzelt vor, sollte man sie besser in der Apotheke kaufen, denn in der Regel kommt sie dann aus Pflanzenanbauten. Von Heilkräutern sammelt man nie mehr, als man für den jährlichen Gebrauch benötigt.

Zum Sammeln eignet sich am besten ein Korb; in einer Plastiktüte “schwitzen” die Pflanzen schnell und beginnen zu faulen. 

Konservierung

Die meisten Kräuter können getrocknet werden. Kräuter mit festen Stielen kann man bündeln und an einem luftigen schattigen Ort aufhängen. Um Platz zu gewinnen, kann man dort eine Leine spannen, an der die Bündel aufgereiht werden. Nach dem Trocknen kann man evtl. die Blätter und Blüten von den Stengeln abrebeln.

Erntet man nur die Blätter oder Blüten, breitet man sie luftig auf einem Leinentuch aus. Um Platz zu sparen, kann man Obstkisten aufeinander stapeln. Man kontrolliert und wendet das Material täglich.

Die Länge der Trockenzeit ist verschieden. Ob die Kräuter richtig durchgetrocknet sind, erkennt man daran, daß Blätter zwischen den Fingern zerbröseln und Stengel leicht brechen. Wurzeln dürfen sich nicht mehr schwammig anfühlen. Die Kräuter müssen lichtgeschützt gelagert werden. Am besten sind dunkle Gläser oder Keramik; kein Metall.

Petersilie, Dill, Kerbel und Zitronenmelisse verlieren beim Trocknen ihr Aroma. Man friert sie besser ein. Dazu gibt man sie unzerkleinert locker in eine Plastiktüte. Wenn sie hart gefroren sind, walkt man die Tüte durch und bricht so die Blätter. Vom Schnittlauch holt man im Herbst einige Zwiebeln ins Haus und treibt ihn auf der Fensterbank.


Rosmarin, Ysop und Thymian

Kräutersalz

Geeignet sind z.B.: 

Basilikum (Ocimum), Bohnenkraut (Satureja), Borretsch (Borago officinalis), Dill (Anethum graveolens), Estragon (Artemisia dracunculus), Kerbel (Anthriscus cerefolium), Knoblauch (Allium sativum), Liebstöckel (Levisticum off.), Lorbeer (Laurus nobilis), Majoran (Origanum majorana), Oregano (Origanum vulgaris), Petersilie (Petroselinum crispum), Rosmarin (Rosmarinus officinalis), Salbei (Salvia officinalis), Sellerie (Apium), Schnittlauch (Allium schoenoprasum), Thymian (Thymus vulgaris), Wacholderbeeren (Juniperus communis), Ysop (Hyssopus officinalis). 

Man zerkleinert die Gewürzkräuter, gibt sie nach und nach zusammen mit Salz in einen Mörser und verreibt sie. Man kann sie auch lagenweise in Gläser oder Keramikgefäßen mit Salz einlegen (Verhältnis 4 : 1). 

Man kann den Kräutern auch frisch zerriebene Möhre, Sellerie, Liebstöckel- oder Petersilienwurzel beimischen.

Essig & Öl

Essig und Öl kann man für den Winter mit Kräutern aromatisieren und sich so etwas vom Aroma des Sommers erhalten.

1. Kräuter leicht zerreiben, bevor sie in eine helle Glasflasche gefüllt werden, die fest verschließbar sein muß. 

2. Mischung 3 Wochen sonnig stellen, anschließend durchseien.

3. Neu auf eine Flasche ziehen. Mit blühendem Oregano-Zweig, Ysop, Dill o.ä. dekorieren. Die Zweige müssen immer bedeckt sein, sonst schimmeln sie.

Kräuteröl    zum Braten
z.B.: Chilischoten, 2 Knoblauch-Zehen, Liebstöckel (Levisticum off.), Lorbeer (Laurus nobilis), Majoran (Origanum majorana), Origano (Origanum vulgaris), Pfefferkörner (Piper), Rosmarin (Rosmarinus officinalis), Salbei (Salvia officinalis), Thymian (Thymus vulgaris). 
Mit Olivenöl auffüllen. 

Kräuteressig    für Salate
1/2 Tasse Kräuter für 1/2 l Essig; für starken Essig evtl. auch mehr
z.B. Estragon (Artemisia dracunculus), Kerbel (Anthriscus cerefolium), Süßdolde (Myrrhis odorata), (Zitronen-) Thymian (Thymus), Ysop Hyssopus officinalis), Blüten von Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus), Chilischoten 

Blütenessig:   Salate, Ragouts, Badewasser  z.B. Blüten von Rose (Rosa), Lavendel (Lavandula), Malve (Malva), Süßdolde (Myrrhis odorata), 100 gr Erdbeeren oder Himbeeren
1 Flasche Obstessig 
für rote Farbe: etwas Balsamessig dazugeben


Oregano

Liebstöckel

Kerbel


Brotaufstrich


Salbei

Schnittlauch
Kräuter-/Salbeibutter

125g Butter, 1 gepreßte Knoblauchzehe, Pfeffer, Cayennepfeffer, Kräuter/Selleriesalz,  Salbei (Salvia officinalis) oder Schnittlauch (Allium schoenoprasum), Petersilie (Petroselinum crispum), Pimpinelle (Sanguisorba minor)
 
 

Kräuterpaste für Brotaufstrich

100 gr frische Kräuter, 1-2 Knblauchzehen 
und 10 gr. Salz in 4 EL Öl purieren.
Brei in Weithalsflaschen füllen und Olivenöl darübergießen, so daß 1 cm Öl als Deckschicht über der Paste steht. Nicht im Kühlschrank lagern! Paßt zu Käse, Suppe, Sauce

Quark mit Wildkräutern

1 Handvoll Würzkräuter (Faustregel: mind. 3, höchstens 9) wie z.B.: 
Gartenkräuter:  Schnittlauch (Allium schoenoprasum), Petersilie (Petroselinum crispum), Pimpinelle (Sanguisorba minor), Borretsch (Borago officinalis), Dill (Anethum graveolens), Sauerampfer (Rumex acetosa), Kresse (Lepidium), Zitronenthymian (Thymus)
Wildkräuter: Schaumkräuter (Cardamine), Giersch (Aegopodium podagraria), Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) , Kleiner Wiesenknopf (Sanguisorba minor), Sauerampfer (Rumex acetosa), Sauerklee (Oxalis acetosella), Gundermann (Glechoma hederaceum), Bärlauch (Allium ursinum)

125 g Joghurt, 1/2 Zwiebel, evtl. 2 Knoblauchzehen, 250 g Quark,  Zitronensaft, Salz, Honig, etwas Milch, 100 ml Sahne,
Die gewaschenen und gut abgetropften Blätter fein hacken, mit gehackter Zwiebel und Knoblauch in Joghurt purieren. Kräuterjoghurt mit Quark verquirlen und mit Zitronensaft, Salz und Honig abschmecken. Nach Bedarf etwas Milch zufügen, damit der Quark schön geschmeidig wird. Zum Schluß die Sahne steif schlagen und unterheben.

Dekoration: Rotklee-Blütchen (Trifolium pratense)

Wildsalate
Viele Kräuter stärken die Gesundheit. Sie sollten im Frühjahr in den normalen Speiseplan aufgenommen werden. Sie sind nahrhafter und würziger als viele Kulturpflanzen. Dadurch sind sie aber auch "Geschmackssache" - jeder muß selbst testen, was ihm zusagt. Manche Kräuter kann man auch durch Wässern entbittern. Anfangs sollte man es nicht übertreiben und immer nur einige Blätter dem normalen Salat beimengen. Viele Wildkräuter sind auch als Zusatz zum Quark sehr zu empfehlen.

Zitronenmelisse
(Melissa officinalis)

Brunnenkresse
(Nasturnium off.),
Schaumkräuter
(Cardamine spec.)
Geschmacksrichtung:

süßlich: Fette Henne (Sedum maximum)
fein würzig: Gänseblümchen (Bellis perennis), Rot/Weißklee (Trifolium), Melde (Chenopodium), Wegerich (Plantago), Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium), Vogelmiere (Stellaria media), Malven (Malva) 
herb: Löwenzahn (Taraxacum off.), Gänsedistel (Sonchus asper), Rainkohl (Lapsana communis), Weidenröschen (Epilobium), Braunelle (Prunella vulgaris), Schafgarbe (Achillea millefolium), junge Huflattichblätter (Tussilago farfara, Filz entfernen!)
aromatisch: Gundermann (Glechoma hederaceum), Zaungiersch (Aegopodium podagraria), Taubnessel (Lamium album), Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) 
säuerlich: Tripmadam (Sedum reflexum), Sauerampfer (Rumex acetosa), Sauerklee (Oxalis acetosella)
scharf: Brunnenkresse (Nasturnium off.), Winterkresse (Barbarea vulgaris), Schaumkräuter (Cardamine), Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris)
brennend: Pfefferknöterich (Polygonum hydropiper)

Auch von Birke, Buche, Apfel, Kirsche, Linde und Eiche sind sehr junge Blätter eßbar.


Dill, Gurkenkraut
Anethum graveolens


Pimpinelle,
Kleiner Wiesenknopf
(Sanguisorba minor)

Variationen
mit verschiedenen grob gehackten Nüssen, mit hartgekochten Eiern, mit gekochtem Getreide, mit geraspelten Radieschen oder Möhren   -   mit Blüten verzieren.

Dazu paßt am besten eine 
Sauce Vinaigrette:
1/2 TL Kräutersalz, 1 TL Honig, Knoblauchsrauke/Bärlauch nach Geschmack, 1 TL Petersilie, 3 TL Zwiebel(pfeifen), 2 gestr. TL Senf, 80 ml Wasser, 40 ml Obstessig, 40 ml Salatöl

Blüten-Dekoration
Viele Blüten sind eßbar und geben dem Salat oder dem gedeckten Tisch erst den letzten Pfiff. Zum Teil müssen Staubgefäße oder bittere Teile entfernt werden: Baldrian, Borretsch, Duftveilchen, Fuchsie, Gänseblümchen, Holunder, Indianernessel, Kapuzinerkresse, Klee, Lavendel, Lonicera, Mädesüß, Minze, Nachtkerze, Nachtviole, Phlox, Primel, Schnittlauch, Stiefmütterchen, Süßdolde, Taubnessel; Blütenblätter von Löwenzahn, Malven, Nelke, Ringelbl.,  Rose, Sonnenblume
Obstschale, Käseplatte: Taglilien-Blüten 
Tischdekoration: Kräutersträußchen zum Nachwürzen in Schnapsgläschen.

Borretsch
(Borago officinalis)


Kapuzinerkresse
(Tropaeolum majus)

Löwenzahn
Wildgemüse
Auch hier ist vieles Geschmackssache. Bereiten Sie Wildgemüse nach den gewohnten eigenen Rezepten ähnlich wie herzhaftes Gartengemüse zu. Brennesseln kann man z.B. wie Grünkohl zubereiten. Auch hier nichts übertreiben und die ungewohnten Pflanzen evtl. als Zusatz in die Suppe geben oder gemischt mit anderem Gemüse verwenden. Hierfür eignen sich außer den erwähnten Salatkräutern: Labkraut, Günsel, Brennessel, Klette, Nelkenwurz, Engelwurz und Beinwell.

Bücher mit weiteren Rezepten finden Sie in den Literaturtipps.
 

Sauerampfer
Wildgemüse-Eintopf

z.B. Schnittlauch (Allium schoenoprasum), Bärlauch (Allium ursinum), Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) , Spitzwegerich (Plantago lanceolata), Sauermpfer (Rumex acetosa), Schafgarbe (Achillea millefolium), Wiesenbärenklau (Heracleum sphondylium), Zaungiersch (Aegopodium podagraria), Brennessel (Urtica dioica)

Kartoffeln und Zwiebeln schälen, würfeln und in wenig Butter andünsten. Mit wenig Brühe kochen. 10 Min. vor Ende der Garzeit Wildkräuter 
kleingehackt hinzugeben und leicht mitköcheln lassen. Zum Schluß wird mit Sahne oder Milch aufgefüllt und abgeschmeckt.
Dazu pro Person 1 hartgekochtes Ei.

Wiesen-Bärenklau im Teigmantel

Verwendbar sind auch: 20-30 Sprossen oder Blätter von Weißer Taubnessel, Weidenröschen,  Knoblauchsrauke, Brennessel, Garten-Salbei, junger Huflattich, Beinwell-Blätter oder -Blütensprosse
125 ml Wasser, 1 EL Butter, 60 ml Milch
100 g Mehl, Salz, 
1 Eiweiß, Öl zum Ausbacken
Butter in Wasser bei schwacher Hitze schmelzen. Mehl mit Salz vermischen. Die lauwarme Butter-Wasser-Mischung in die Milch rühren und zum Mehl geben. Den Teig solange weiterrühren, bis er glatt und geschmeidig ist. Zudecken und etwa eine Stunde quellen lassen.
Das Eiweiß steif schlagen und vorsichtig unter den Teig heben. Die Blätter waschen, trocken tupfen und durch den Teig ziehen. 
Die Blätter in heißem Öl von beiden Seiten goldbraun backen.
 

Ein Spinatgemüse kann man aus vielen Wildkräutern zusammenstellen. Dazu eignen sich junge Blätter von Beinwell (Symphytum off), Brennessel (Urtica dioica), Huflattich (Tussilago farfara), Sauerampfer (Rumex acetosa), Wegerich (Plantago), Zaungiersch (Aegopodium podagraria), Großer Klette (Arctium lappa) und Roter Wiesenklee (Trifolium pratense).

Wildkräuter-Spinat in Bechamelsauce
500 gr Beinwell, junge Brennesseln, Klette
1 EL Butter, 50 gr Speck, 2 Zwiebeln, 
2 EL fein gemahlener Grünkern oder Mehl
1 TL gekörnte Gemüsebrühe
200 ml Sahne oder Milch, Pfeffer
Blätter waschen, 10 Min. köcheln lassen und anschließend fein hacken.
Den Speck in der Butter anrösten und die gewürfelten Zwiebeln glasig dünsten. Dann den Grünkern anschwitzen, mit Sahne ablöschen und die Gemüsebrühe einstreuen. Die gehackten Blätter zugeben und etwa 5-10 min. dünsten. Mit Pfeffer abschmecken.
 

Brennesselgemüsemit Crème fraîche

ca. 500 g Brennesseln (Urtica dioica) waschen, 10 Min. köcheln, fein hacken oder purieren.
100 gr Speck, 1 Zwiebel und 1-2 Knoblauchzehen in Butter glasig dünsten. Dann die gehackten Brennesseln dazu geben, mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Mit Crème fraîche abziehen, evtl. noch etwas süße Sahne dazu geben. Nochmals abschmecken.

Gedünsteter Zaungiersch, Heckenmus

500 g Giersch (Aegopodium podagraria) waschen, abtropfen lassen und fein hacken. In einem Topf etwas Butter zergehen lassen und den Giersch darin kurz andünsten. Vor dem Servieren mit Zitronensaft beträufeln. Mit Salz und etwas Zucker abschmecken.

Sauerampfersuppe

50 g junge Sauerampferblätter (Rumex acetosa), 1/2 l Wasser
50 g Butter, 300 g Kartoffeln
Salz, Pfeffer, etwas geriebene Muskatnuß
100 ml Crème fraîche oder süße Sahne.
Den gewaschenen Sauerampfer in feine Streifen schneiden. 1 EL Butter in einem Topf zerlaufen lassen und die Sauerampferstreifen darin dünsten. 1/2 l Wasser dazugießen. Die geschälten und gewürfelten Kartoffeln in die Brühe geben und bei niedriger Temperatur etwa 30 Minuten kochen lassen.
Dann die Suppe stampfen oder purieren. Mit einem Schneebesen die restliche Butter nach und nach darunterschlagen. Zuletzt die Suppe mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. 
Wenn man will, kann man die Suppe mit etwas Crème  fraîche noch verfeinern.

Löwenzahn-Gelee
300 gr Löwenzahnblüten ohne Hüllblätter (Taraxacum off.)
1 1/2 l Wasser, 1,8 kg Gelierzucker, 1 Zitrone
Blütenkörbchen teilen, Blüten herausstreifen und im Wasser kurz aufkochen und 2 Std. ziehen lassen. Abseihen und ausdrücken. Den erkalteten Saft mit Gelierzucker und Zitronensaft zum Kochen bringen. 4 Minuten sprudelnd kochen. Heiß in saubere Gläser füllen.
 

Nadelbaum-Gelee
1 Liter Maiwuchs von Fichte, Tanne, Kiefer
1 l Wasser, 1 Zitrone (Saft), 1 kg Gelierzucker
Maiwuchs mit Wasser aufkochen, 5 Min. köcheln lassen und durch ein Tuch abgießen. Das Gelee nach Anweisung mit Gelierzucker kochen und noch heiß in Twist-off-Gläser füllen. Schmeckt kalt aus dem Kühlschrank am besten.

Holunderküchlein (Sambucus nigra , 12 mittlere Blütendolden)

3 Eier, 200 g Mehl, 400 ml Milch

Die Eier trennen und aufschlagen. Einen dicklichen Teig herstellen und die Holunderblüten in die Teigmasse tauchen. In der Pfanne mit viel Fett (halb Butter halb Schmalz) ausbacken und vor dem Servieren mit Zimt und Zucker bestreuen.
 

Heilkräuter

Die Kenntnisse über die Heilkräfte von Pflanzen sind uralt und in vielen Kulturen entstanden. Die Anwendungen haben sich allerdings im Laufe der Jahrhunderte oft wesentlich geändert. Auch eignen sich viele Kräuter durch die Vielfalt ihrer Inhaltsstoffe für die verschiedensten Beschwerden. Heilpflanzen bringen meist keine Sofortheilung. Man muß manchmal schon etwas Geduld mitbringen, dann wirken sie allerdings umso nachhaltiger. Sie sollten auch beachten, daß Selbstmedikation ihre Grenzen hat. Auch Pflanzen können Schaden anrichten. Bei ernsthaften Beschwerden sollten Sie daher Ihren Hausarzt hinzuziehen, schon wegen der richtigen Diagnose und um keine Heilchance zu verpassen. Sind Sie dagegen bereits mit der Krankheit vertraut und können den Verlauf einschätzen, können Sie es - nach Absprache mit Ihrem Arzt -  ruhig mit Heilpflanzen versuchen.

Haustees / Grundtee

Bitte bedenken Sie, daß auch die sanften Heilkräuter Medikamente sind. Als täglicher Haustee sind sie gerade wegen ihrer Wirksamkeit meist nicht geeignet. Genau wie Tabletten nimmt man sie nicht einfach so, sondern nur in begründeten Fällen. Das trifft auch für den beliebten Pfefferminztee zu. Er hilft bei Übelkeit, Krämpfen im Magen-/Darmbereich und Schluckauf. Als Haustee für den täglichen Bedarf eignet er sich nicht. Wird der Tee in zu hohen Konzentrationen und zu oft getrunken, kann er die Magenwände angreifen. Vorsicht ist vor allem bei Magengeschwüren geboten.
 

Grundrezept
Zubereitung eines Kräutertees: Wasser aufkochen, etwas abkühlen lassen (ca. 80°C), 10 Min. ziehen lassen. 2 geh. TL Droge für 1/4 l Wasser; meist 2-3 Tassen täglich. Wenn man frische Pflanzen für einen Tee verwenden will, so nimmt man die 3-fache Menge der getrockneten Kräuter. Den Tee sollte man schluckweise über den Tag verteilt trinken, nicht auf einmal, das schwemmt nur aus. 
kalter Pfefferminz-Zitronen-Tee
1 Handvoll Pfefferminz-Spitzen (Mentha piperita) mit 3/4 l kochendem Wasser überbrühen. 3-5 Min. ziehen lassen, abseien und abkühlen lassen. Unter den kalten Tee 2 TL Zitronensaft rühren und in den Kühlschrank stellen.
Für ältere Menschen ist ein herzstärkender Tee aus Weißdorn (Crataegus monogyna) auch für den täglichen Gebrauch geeignet. Er verbessert die Ernährung des Herzens, hilft bei Schlafstörungen und hat außerdem einen günstigen Einfluß auf die Merk- und Konzentrationsfähigkeit. Himbeer- (Brombeer-,Erdbeer-) Blätter-Tee schmeckt ähnlich wie Schwarzer Tee und eignet sich auch für den Dauergebrauch. Man verwendet ihn gerne als Grundlage für Mischungen, die nicht zu stark sein dürfen, wenn es also vor allem auf die Flüssigkeitsmenge ankommt, wie z.B. bei Nierenpatienten.

Am besten lassen sich sanfte Heilkräuter bei Erkältungskrankheiten anwenden. Dauern die Beschwerden aber länger als eine Woche an ohne sich zu bessern, sollte man den Hausarzt hinzuziehen.
 

Wußten Sie, daß frische Hagebutten (Rosa rugosa) mehr Vit. C enthalten als Citrusfrüchte? Sie stärken die Abwehrkräfte gegen Infektionen, weshalb man zu Grippezeiten schon vorbeugend Hagebuttentee trinken sollte. Nicht kochen! Lindernder Hustensirup: Zwiebel kleinschneiden, mit Honig vermischen und einige Stunden stehen lassen. Ab und zu einen Eßlöffel einnehmen. Wird auch von Kindern gerne genommen. Noch besser wirkt Meerrettich, denn er enthält auch viel Vitamin C.
Die wichtigste Heilpflanze für die Hausapotheke ist der Spitzwegerich (Plantago lanceolata). Sein Tee ist ein sehr gutes Hustenmittel sowohl bei trockenem wie auch bei feuchtem Husten. Er wirkt antibiotisch, wundheilend, reizmildernd und schleimlösend und macht auch die Nebenhöhlen wieder frei. Bei Schnupfen kann man in 1/4 l warmen Salbeitee (Salvia officinalis) eine Messerspitze Salz einrühren. Um die Nase zu spülen hält man ein Nasenloch zu und zieht durch das andere die Lösung kräftig hoch.
Mein Tip: bei beginnender Halsentzündung gleich beim ersten Kratzen abends ein frisches Salbei-Blatt (Salvia off.) in den Mund legen und über Nacht langsam zergehen lassen. Morgens sind die Halsschmerzen meist weg. Wenn die Halsschmerzen sich schon festgesetzt haben, mit einem Kräutertee aus Salbei und Kamille gurgeln. Salbei-Bonbons (Rachenentzünd., Husten)
200 gr Zucker karamelisieren lassen. 20 fein gehackte Salbeiblätter (Salvia off.) hinzufügen und gut verrühren. Wenn die Masse zu schnell fest wird, nochmals erwärmen. Mit einem Teelöffel Häufchen auf gefettetes Pergamentpapier setzen und abkühlen lassen (Tiefkühltruhe). 

Salbe und Öl

Ringelblume (Calendula officinalis)
Ringelblumensalbe fördert die Bildung von neuem Gewebe bei nicht mehr offenen Wunden. Sie läßt  Blutergüsse schneller verschwinden und und hilft auch bei Ekzemen, Pickeln und trockenen Lippen. Und weil sie die Durchblutung anregt, beugt sie bei bettlägerigen Patienten dem Wundliegen vor. 
Rezept: Eine Handvoll möglichst dunkel-orange Blütenblätter in 
100 ml Olivenöl langsam aufkochen und über Nacht stehenlassen.
Am folgenden Tag das Fett erwärmen, bis es flüssig ist, nicht kochen. Dann abfiltern, 20 gr Bienenwachs dazugeben und alles gut verquirlen. Man kann auch Schweineschmalz verwenden, das besonders leicht einzieht. Kühl lagern.
Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthält ein rotes Harz, das man mit Öl ausziehen kann. Das entstehende Rotöl ist ein gutes entzündungshemmendes Hausmittel bei kleinen Verletzungen, Verbrennungen und Muskelschmerzen. Mit etwas Zucker auf leeren Magen eingenommen, kann das Rotöl auch die entzündete Magenschleimhaut schützen und heilen. 
Die Herstellung ist ganz einfach: Man gibt den Blütenstand in eine durchsichtige Flasche und gießt Olivenöl darüber, bis alles bedeckt ist. Diesen Ansatz läßt man 2-3 Wochen in der Sonne stehen, siebt ihn anschließend ab und setzt noch einmal mit frischem Kraut an. Nach weiteren 2-3 Wochen ist das Öl blutrot. Absieben, umfüllen. 

Kräuter für die Schönheit

Rosenessig  zum Einreiben nach dem Baden
stellt den Säuremantel der Haut wieder her
1-2 Hände voll Duftrosenblüten
1/8 l Obstessig erwärmen, 1/8 l dest. Wasser 
2 Wochen dunkel und kühl reifen lassen,
abfiltern und auspressen
Rosenwasser             erfrischt die Haut
50 gr frische rote Blütenblätter von stark duftenden Rosen, 
90 ml Wodka
500 ml dest. Wasser oder abgekochtes Wasser zum auffüllen, 
8 Tropfen Rosenöl, 4 Tropfen Sandelholz-Öl, 1 Tropfen Nelkenöl 
nach 2 Wochen abseien, nicht dekorieren
Lavendelwasser "Muntermacher" im Sommer
50 gr Lavendelblüten (Lavandula angustifolia), 
90 ml Wodka
500 ml dest. Wasser oder abgekochtes Wasser zum Auffüllen, 10 Tropfen äther. Lavendelöl 

später mit einem Lavendelzweig dekorieren

Schlafkissen
Mischungen für Schlafkissen und Mottensäckchen 2-6 Wochen lang kühl und dunkel reifen lassen: Rose (Rosa), Ringelblume (Calendula), Lavendel (Lavandula), Waldmeister (Galium odoratum), Kalmus (Acorus calamus), Mädesüß (Filipendula ulmaria), Engelwurz-Stiele (Angelica), Kamille (Matricaria chamomilla), Melisse (Melissa off), Orangenminze (Mentha piperita var. citrata), Salbei (Salvia off.), Hopfen (Humulus lupulus), Holunderblüten (Sambucus nigra), Thymian (Thymus), wilder Majoran (Origanum vulgaris). Vorrat in luftdichtem Behälter lagern.
Beim zu-Bett-gehen etwas "knuffen", damit der Duft frei wird. Bei Bedarf neu füllen.

Kräuter zur Insektenvertreibung

Lavendel
Mottensäckchen  für Schränke, Bücherregale, Getreidevorräte: 
Beifuß (Artemisia vulgaris), Rainfarn (Tanacetum vulgaris), Eberraute (Artemisia abrotanum), Heiligenkräuter (Santolina), Kampferkraut (Chrysanthemum balsamita vulgaris), Lavendel (Lavandula), Muskat, Nelken, Rosmarin (Rosmarinus officinalis), Weinraute (Ruta graveolens), Wermut (Artemisia absinthium), Zimt. Dazu Nelken-, Lavendel- oder Zitronenöl geben; ab und zu auffrischen.

Getreidevorräte kann man mit Rainfarn-Zweigen (Tanacetum vulgaris) vor der Dörrobstmotte schützen.

zum Einreiben gegen Insekten im Freien
Starken Aufguß (Tee) aus Kamille (Matricaria chamomilla), Holunder (Sambucus nigra), Marienblatt (Chrysanthemum balsamita major), Rainfarn (Tanacetum vulgaris), Wermut (Artemisia absinthium) herstellen.
Nach dem Abkühlen etwas Lavendelöl zugeben. Da die Wirkung schnell nachläßt, sollte man eine kleine Flasche griffbereit haben.
Wermut

Pflanzensäfte geben Pflanzen Kräfte
- Kräuterjauchen im Garten -

Aus getrockneten und frischen Pflanzen lassen sich organische Flüssigdünger selbst herstellen. Solche Jauchen oder Brühen können während der Vegetationszeit als schnellwirksame Dünger gezielt nach Bedarf eingesetzt werden. Sie aktivieren das Bodenleben, stärken durch besondere Inhaltsstoffe die Abwehrkräfte der Pflanzen und sind darüberhinaus eine ausgesprochen preiswerte Alternative zu Handelsdüngern. Als Tee oder Kaltwasserauszug angesetzt, können sie auch bei der Abwehr von krankheiten und Schädlingen helfen.
Für die Herstellung der Pflanzensäfte werden größere Gefäße benötigt, die luftdurchlässig abgedeckt werden, damit die Gefäße nicht zur Todesfalle für Kleintiere werden. Metallgefäße sind ungeeeignet. Man gibt das Pflanzenmaterial einfach in das Gefäß und schüttet Wasser darüber, bis alles bedeckt ist.
Anwendung:
Die verdünnten Pflanzenjauchen werden bei bedecktem Himmel am frühen Morgen oder abends in den Wurzelbereich der Pflanzen gegossen.
Als Blattdüngung werden Jauchen in einer stärkeren Verdünnung über die Pflanzen versprüht, so daß die Nährstoffe über die Spaltöffnungen der Blätter aufgenommen werden können. Das Verstopfen der feinen Spritzdüsen verhindert man, indem die Flüssigdünger durch ein Tuch gesiebt werden.
 

frische Brennesselbrühe hilft gegen Blattläuse
Herstellung: höchstens 2-3 Tage stehen lassen, nicht gären lassen!
Zur Kräftigung und Vorbeugung gegen Krankheiten monatlich zweimal über die Pflanzen sprühen; Konzentration 1 : 10
vergorene Brennesseljauche als Düngung besonders für Gurken und alle Starkzehrer
Reich an Eisen, Spurenelementen, Phoshor, Stickstoff, Vitaminen und Enzymen
Herstellung: etwa 2 Wochen stehen lassen, täglich umrühren.
2-3mal während der Vegetationsperiode im Wurzelbereich gießen; Konzentration 1 : 20
Dünger für Tomaten, Kohl und Sellerie: vergorene Beinwelljauche
Reich an Stickstoff, Spurenelementen, Mineralstoffen
Herstellung: etwa 2 Wochen stehen lassen, täglich umrühren.
Fördert die Knollen- und Fruchtbildung; Konzentraion 1 : 20
Zwiebel-, Knoblauch-, Rainfarn- und Acker-Schachtelhalm-Brühe zur Vorbeugung vor Pilzkrankheiten
Reich an schwefelhaltigen ätherischen Ölen, Kieselsäure und Spurenelementen
Herstellung wie oben; Schachtelhalm: 24 Stunden in Wasser einweichen, dann 20-30 Minuten kochen, abkühlen lassen und absieben.
Pflanzen alle 2 Wochen mit der Brühe überbrausen; Konzentration 1 : 10
Kamille schützt vor Wurzelkrankheiten, fördert die Rotte im Kompost und hemmt Fäulnis
Reich an ätherischen Ölen und Linolsäure
Herstellung: für einen Kaltwasserauszug 12 Stunden bis max. 2 Tage in Wasser einweichen, absieben, auspressen. Nicht gären lassen!
Unverdünnt über den Kompost gießen oder zur Pflanzenstärkung 1 bis 2mal monatilich gießen.
Farnjauche wirkt gegen Blatt- und Blutläuse und sogar gegen Schnecken!
1 kg frische Farnblätter in 10 l Wasser vergären lassen; 1 : 10 verdünnt auf Blätter und Boden spritzen

Literaturtipps
Beeren, Wildgemüse, Heilkräuter
Steinbachs Naturführer, ISBN 3-576-10696-0

Ernte am Wegrand
Christine Recht, Max F. Wetterwald, ISBN 3-8001-6867-7

Delikatessen aus Unkräutern
F. Graupe / S. Koller, ISBN 3-453-15564-5

Früchte der Natur - Wildgemüse
Beatrix Hammerle, ISBN 3-7016-2472-0

Delikatessen am Wegesrand
B.Klemme, D.Holtermann, WDR, Rau-Verlag
ISBN 3-7919-0616-X
Un-Kräuter zum Genießen
ISBN 3-7919-0672-0, WDR, Rau-Verlag
Baumblätter-Salat
ISBN 3-7919-0690-9, WDR, Rau-Verlag

Eßbare Blüten
Jekka McVicar, ISBN 3-405-15421-9


 

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Ursula Schneider
Myrrhenkerbel@t-online.de